Frankenland

Sonntag, 3. Februar 2008

Mein erstes Mal...

... im Fasching. Keine wirklich autobiografische Geschichte. Eher ein Tatsachenbericht von einem bekennenden Faschingmuffelignorierer über seine erste, und vielleicht auch intensivste Begegnung mit dieser regionalen Anomalie Namens Fasching.

Die Sache begann, wie Sachen immer beginnen, mit einer ganz harmlosen SMS. "Wollen nachher nach Würzburg (verkleidet), kommst mit?". Klang jetzt nicht sooo schlecht, interessant sogar. Aber, warum will sich jemand verkleidet auf den Weg nach Würzburg machen? An dieser Stelle merkt der geneigte Leser/in wieder, dass ich aus dem schönen Hannover stamme und neben einem nicht vorhandenen Akzent - fließend Hochdeutsch (in Schrift und Sprache) - ein auffallend großes fehlendes Wissen über der lokalen Gebräuchen/Riten an den Tag lege, dass man sich eigentlich schämen müsste.

Natürlich liegt die diesjährige Faschingssaison gerade in den letzten Zügen und jeder in der Gegend weiß es, nur an mir ist diese fünfte Jahreszeit absolut Spurlos vorbei gegangen. Warum auch nicht? Fasching feiert man doch nur als Kind, damals in der Schule. Das war der Tag wo man verkleidet kam und es keinen Unterricht gab. Lang, lang ist es her. Ansonsten gibt es da immer diese schrecklichen Sendungen im Fernsehen. Von Anno Dazumal, mit sehr witzfreien Sketchen über Leute die sich wahrscheinlich im Grabe umdrehen. So weit zu meinem Wissensstand bis zum 2.2.2008 20:00 MEZ.

Ab 20:00 MEZ änderte sich alles dramatisch. Zu erst war da dieser Bettelmönch an meiner Haustür, der sich als Scheich ausgab. Er wurde gefolgt von einem 2m Beduinen mit seinem Cowgirl und einem ziemlich abgehalfterten Grafen Dracula der mich zum Dank fürs mitkommen gleich mit einem ägyptischen Gebets…Anziehding ausstattete. Dazu kam noch 6er-Träger Bier und ab ging die wilde Jagd nach Würzburg ins Brauhaus zur "Kiez-Party - nackte Fakten". Bei dem Namen wird man(n) doch hellhörig. Nach der Schlange vor dem Laden zuurteilen hatten viele andere auch von dem Event gehört. Alle hatten sich verkleidet; Es gab ne Menge Prolls, Zuhälter, Teufelinnen, Stewardessen weibliche Flugbeigleitungen, und uns - drei möchtegern Araber, einen zahnlosen Grafen und ein Cowgirl ohne Revolver.

Gerechnet hatte ich mit vielem, man kennt ja die Bilder der Kölner Umzüge und Mainzer Prunksitzungen. Aber die rote Puffdeko hat mich dann voll irritiert. Überall waren Plakate der unterschiedlichsten Erotik-Filme (mit und ohne Widmung), rote Pappherze an den Wänden offerierten gefällige schwule Barkeeper und dazu kamen mehrere Kilometer an rot-rosanen Dekostoffen mit noch mehr Herzchen und/oder Pailletten. Mit einem Wort Porno. Doch von solchen Nebensächlichenkeiten lässt man sich ja mal gar nicht Schocken.

Kaum umgesehen ging es auch schon ab ins Getümmel. Zwischen einer Unmenge Überbleibseln vom letzten CSD ging es dann ab. Die Stimmung brodelte ziemlich schnell. Zu den alt bekannten Party/Aprés Ski/Altstadt/Saufliedern wurde fleißig getrunken und noch mehr gelacht. Tanzen war beim besten Willen nicht möglich, da sich das feierwillige Volk wie die Ölsadinen zusammen gepresst hat - nur ohne Öl. Eine homogene Feiermasse. Schnell war klar, das die Araberkutte nicht gerade der Hit war und man sich am besten in einem Lack- & Ledergeschirr hätte zeigen müssen. Doch der Zug war längst abgefahren.

Trotz dieser Selbsterkenntnis haben wir es knallen lassen. Hoch die Gläser und ausgetrunken! Oléééééé. Nach dem Motto voll gewesen - toll gewesen ging es ab. Irgendwann fanden einige Leute ihren Mund nicht mehr und so gab es eine unfreiwillige Bierdusche nach der anderen. Diese Abkühlung war allerdings auch nötig, denn die Stripperinnen haben den Laden buchstäblich in Flammen gesetzt. Wer hätte gedacht, was man mit Kerzen so alles machen kann... also ich nicht! Erstaunlich.

Gegen drei, sechs Stunden später, wollte der Fahrer dann ab in die Heimat. Eine Entscheidung die ich verstand, auch wenn ich sie nicht so recht unterstützen konnte. Es gab noch eine Menge zu sehen.

Als Fazit kann ich sagen, dass ich meine erste Faschingsparty überlebt habe. Ob ich eine Zweite mit erleben will/muss kann ich noch nicht sagen. Die Sache mit dem Verkleiden und dem Spaßhaben auf Komando finde ich nicht so prickelnd. Ich kann mich auch ohne Grund daneben benehmen und dass das ganze Jahr über. Nichts desto Trotz war es sehr lustig - auch wenn es für meinen Geschmack viel zu voll war. Als halbes Nordlich denke ich, dass ich auf dem Schützen- oder Maschseefest besser aufgehoben bin. Die sind etwas gediegener, aber nicht weniger unterhaltsam... nur ohne Verkleidung und leider ohne die Stripper.

~ Mickie Krause – Olé wir fahr'n in Puff nach Barcelona ~

Dienstag, 26. Juni 2007

Mäuseinvasion

Wo bin ich hier nur her geraten? Zu Hause klagt Vatern immer das ihm die Kaninchen und die Hasen alles weg-/abfressen. Aber hier im Süden werden wir von Mäusen überrannt. Überall flitzen die kleinen braun-grauen Nager rum. Auf den Straßen, Wegen, in den Rabatten und neuerdings sogar in den Büros(!) und Versuchsfeldern. So viele Fellknäule, dass man sie schon als Plage titulieren kann. Besonders, da sie sich im Nachbarbüro schon mit besorgniserregender Dreistigkeit am helllichten Tag auf den Weg von Schreibtisch zu Schreibtisch machen um die Krümel und Überbleibsel der diversen Mahlzeiten zu vertilgen.

Natürlich, die Maus als Kulturfolger muss ich in den Büros ja wie im Schlaraffenland fühlen. Manchmal glaube ich das es schon seinen Sinn hatte, dass es in meinen bisherigen Firmen ein Essverbot an den Arbeitsplätzen gab. Dafür gibt es ja nunmal Gemeinschaftsräume, Teeküchen und der gleichen. Aber wenn das Brot und die Wurst offen rum liegen.... Kein Wunder.

Maus im Haus
Inzwischen wurde sogar schon ein Kammerjäger gerufen. Etwas spät wie ich meinen möchte, aber naja. Habe mal gehört, dass es für jede Maus die man sieht noch 10 weitere gibt die sich nicht blicken lassen. Nach der Größe des Nestes das man heute in dem einen Schreibtisch ausgehoben hat stimmt das auch.

Wenn man mal vom Mundraub absieht, den die kleinen Nager hier im großen Stil abziehen, wird es mehr und mehr auch ein hygienisches Problem. Am Freitag stand im Intranet schon eine Bekanntmachung, dass Mäuse auch Krankheitsträger sind und als solche nicht ungefährlich sind. Unter anderem wird das Hanta-Virus durch die knuddeligen kleinen Tierchen übertragen und sich die dadurch ausgelöste Krankheitsfälle häufen. Das ganze könnte man auch als übertriebene Vorsichtig betrachten. Allerdings berichten auch verschiedene andere Quellen über die steigenden Anzahl der Erkrankungsfälle: Noch hoffe ich mal, dass die Invasion aufgehalten werden kann. Obwohl ich sie nicht mag denke ich inzwischen, dass wir uns vielleicht doch eine Bürokatze anschaffen sollten - Hungern muss die garantiert nicht. Wer weiß wo das hinführt... Ich hoffe aber, dass alles glimpflich abläuft. Der Chinese ist im Moment übrigens gar nicht gern im Büro. Er hat eine Heidenangst vor Mäusen und Ratten. Jedesmal wenn er eine sieht versucht er, wie im Comic, auf einen Stuhl zu steigen oder schnell weg zu rennen. Und ich dachte so eine Reaktion gibt es nur in den Filmen aus den 50ern.
~ Eins Zwo - Danke, gut ~

Donnerstag, 7. Juni 2007

Weckdienst ahoi

Habe ich gestern nicht noch groß getönt? Heute ist es Realität geworden. Die Straßen sind voll von Zusammengerottungen diverser Blasmusikkapellen und anderer Leute. Und dann spielen auch noch, nicht nur so leise für sich, nein so laut, dass ich aus'm Bett gefallen bin! *grmbl* Aber wenn ich Morgens meine Anlage aufdrehe, dann klopft es gleich an der Tür... die spinnen doch!
~ Kelis - Trick Me ~

Mittwoch, 6. Juni 2007

Feiertage

Es ist schon sehr angenehm in Bayern zu wohnen. Diese drei extra Feiertage (im Vergleich mit Niedersachsen) sind einfach nur cool. Morgen ist wieder so einer, Fronleichnam um genau zu sein. Das dieser Tag auf einen Donnerstag fällig ist natürlich auch sehr schön. Das schreit ja förmlich nach einem Brückentag und damit nach einem langen Wochenende. Mit anderen Worten, heute noch und dann war's das schon wieder im dieser Woche. Es gibt definitv schlimmeres. *sfg*

~ Mad Caddies - Mary Melody ~

Freitag, 1. Juni 2007

Feldforschung

Kaum wieder daheim und schon wieder am bloggen, schlimm. Ich muss aber schnell mal verkünden, dass es nicht sooo schlimm war. Gut, der Kollege und ich waren mit Abstand die Ältesten. Da der Laden aber nicht annähernd voll war hat sich alles so verlaufen, dass es nicht so stark auffiel. Meinen Kollegen hat die eine Bedienung zwar gesiest, der ist allerdings eh ziemlich gesichtsalt - Raucher halt.

Die Musik war durchweg gut, wobei ich die Mischung, Titelabfolge, als sehr ... interessant empfand. Oasis, Usher, The Prodigy... Alles gute Bands, aber ich hätte vielleicht die Lieder etwas mehr nach Genren gebündelt. Das ist jedoch nur meine bescheidene Meinung.

Die Disco an sich, ist sehr schick, drei gemütliche Lounges mit echt-Leder-Sofas, Sofen Couches. Eine große Tanzfläche mit Zwei Go-Go-Käfigen und einem großen Außenbereich mit Liegestühlen und einem kleinen Strandbereich. Sehr gediegen der Laden.

Was mir allerdings förmlich ins Auge gesprungen ist, ist die Tatsache, dass die fränkischen Mädels irgendwie anders gebaut sind als die Norddeutschen. So ist zumindest mein Eindruck. Es war ja nun eine "School's out"-Party und so waren fast nur (Ex-)Schüler dort. Alle vielleicht im Alter zwischen 16-19 - grob geraten. Trotzdem hatten fast alle Mädels Unterschenkel wie die Profi-Fussballer - übertrieben gesagt. Erstaunlich, die Bedienungen auf dem Brauereifest vorletzte Woche sahen auch so aus, nur waren die auch schon etwas älter/gesetzter und sie waren auch sonst etwas stämmiger/kräftiger gewesen. Es sah schon recht irritierend aus, die zierlichen "Kleinchen" mit dicken Waden unten dran wie die Alten.

Naja, andere Länder, andere ... Beine. Nun aber genug gelästert, es wird Zeit, dass ich ins Bett komme, morgen steht nach nochmal die Firma auf dem Programm.

~ Amparanoia - Trabajar ~

Donnerstag, 31. Mai 2007

Kulturschock

Jetzt ist es soweit. Aus lauter langeweile habe ich mir jetzt eine neue Grafikkarte für meinen Rechner gekauft. Dann kann ich jetzt wenigstens mit meinen Kollegen online zocken (Computerspielen). Man, das habe ich schon seit Jaaaaahren nicht mehr gemacht. Aber was soll man machen? 8 von 10 Kollegen zocken. Da muss man sich anpassen.

Quasi als Kontrastprogramm habe ich mich eben noch breitschlagen lassen mit auf eine "School's out"-Party zugehen. Ich weiß nicht was mich geritten hat, aber es wahrscheinlich schon lustiger als daheim zu sitzen und zu warten, dass man wieder auf die Arbeit kann. *g* Ok, so trostlos isses nun doch nicht, aber diese Party ist schon ein Highlight.

Ich sehe mich da gleich schon, zusammen mit dem besagten Kollegen, da stehen. Zwei Ingenieure, beide mitte/ende Zwanzig und um uns rum hüpfen singend und lachend viele kleine Kinder. Naja, an sich wollte ich ja nie alt werden, nun ist es doch passiert. Wir werden da, neben dem Schank- und Türpersonal wohl mit abstand die Ältesten sein. Immerhin habe ich mir schon einen Spruch dür den Fall ausgedacht, dass mich wer anpöbeln will; "Sei ruhig, sonst hol' ich meinen Zivi!" *gnihihihi*

~ Sam Cooke - Only Sixteen ~

Freitag, 16. März 2007

Ausländer

Getippert am 12.03.2007

Wie mir ja unlängst schon aufgefallen ist, scheinen die Franken keinerlei Berührungsängste mit Fremden zu haben. Erstaunlich ist es allerdings, dass es, trotz der fast 8000 Seelen in diesem Dorf, so gut wie keine "Ausländer" gibt. Bitte versteht mich jetzt nicht falsch. Ich habe nichts gegen die Menschen die eventuell nicht in Deutschland geboren wurde, aber halt hier leben und arbeiten.

Ich finde es nur erstaunlich, das es hier augenscheinlich überhaupt keinen Ausländeranteil gibt, wenn man Nordlichter wie mich einmal weglässt. Sicherlich sind Stadteile mit 50% Ausländern eher in großen Städten zufinden, da man dort als Randgruppe besser untertauchen bzw. Anschluß finden kann. Dennoch finde ich es erstaunlich das es so etwas hier anscheinend gar nicht gibt. Vielleicht erklärt das auch meine vergebliche Suche nach einem Dönerladen - Schubladengedanken sind schrecklich.

Wenn ich an das Neubaugebiet in der Nähe meiner alten Wohnung (Hannover) denke, dass hatte schon bevor die ersten Häuser standen den Beinamen "Klein-Moskau" weg. Es scheint mir in Franken/Bayern, nicht zuletzt durch die arg konservative Landespolitik, keine solche sozialen Brennpunkte zu geben. Wobei es auch etwas schade ist, die Freunde die dort auch ein Haus gebaut hatten, hatten immer sehr lustige Geschichten zu berichten.

~ Die Ärzte - Ohne Dich ~

Dorfidylle

Getippert am 10.03.2007

Rückblick, seit 2 Monaten und 9 Tagen bin ich hier am Spessart genau in der Mitte zwischen Würz- und Aschaffenburg. Ein kleines Dorf, dass nur bekannt (in Fachkreisen) ist, da meine Firma hier ist. Nichts desto trotz ist und bleibt es ein kleines Dorf. Seltsamerweise verliere ich nach und nach meine Vorbehalte. Ja, ich entdecke sogar sympathidsche Züge an diesem kleinen Fleckchen Erde das, egal in welche Richtung man fährt, immer mindestens 30min von der Zivilisation entfernt ist. Es ist definitiv nicht Hannover, es ist anders, kleiner, gemütlich, verschlafen... dörflicher.

Vielleicht bin ich zu sehr Romantiker, aber einen Abend wie heute finde ich grandios. Ich sitze auf dem Balkon, die Abendsonne steht golden am Himmel, die Kühle der Nacht zieht auf - es wird Zeit für einen Pulli. Der Himmel ist immernoch blau und wird von kleinen Schäfchenwolken abgegrast. Im Hintergrund ertönt das Abendgeläut einer der vielen Kirchen - bin ja immerhin in Bayern. Auf der anderen Straßenseite schiebt ein anscheinend frisch gebackener stolzer Opa sein Enkelkind samt Wagen und Wickeltasche den Berg (!) rauf. Mehr durch Zufall schaue ich von der Zeitung auf und da sich unsere Blicke kreuzen nickt mir der Opa einen schönen Abendzu.

Krass, was? Ja, wild fremde Leute grüßen sich hier!? Für mich als Großstadtkind - ich zähle Hannover jetzt mal zu der Liste der Großstädte - ist das was ganz Neues. Am Neujahrstag, zu Weihnachten oder mit ein bisschen Glück auch noch zu Ostern, ja da kann es, zumindest in dem Vorort in dem ich aufgewachsen bin, auch zu einer solchen Fremdfreundlichkeit kommen, aber an einem ganz normalen Samstag? Ne, ich denke nicht. Wow, die Franken sind anscheinend doch freundlicher/herzlicher als sie aussehen. Oder lag das nur am frischen Enkel bzw. dem schönen Wetter? Das sollte man mal untersuchen.

Aber zurück zur Idylle... zum Leben hat man hier in diesem Städtchen eigentlich alles was man braucht, es gibt einige Bäcker, Metzger - die Schlachter heißen hier so -, Optiker, Apotheken, Ärzte und und und. Sogar ein paar kleine Klamottenläden sind vorhanden. Das Problem ist nur, wenn man etwas größeres/spezielles haben möchte. Möbelgeschäfte gibt es z.B. nur in den großen Städten Main auf- bzw. abwärts. Auch Elektroartikel sind hier nicht zu erstehen. Allerdings könnte man sich letzteres auch über das Internet bestellen, was heut zu Tage ja wohl eh fast jeder macht.

Na ich bin mal gespannt... mit dem allabendlichen Glockengeläut hat sich das Dorf einen Pluspunkt erarbeitet und mir den Einstieg erleichtert, ich finde das total abgefahren. Da werden alte Urlaubserinnerungen wieder wach.

~ Moodorama - The Second Coming ~

Wenn es Nacht wird in Lohr

Getippert am 10.03.2007

Nachts ist es hier fast wie in Hannover; duster, kalt und die Straßen sind nicht mehr so belebt. Wobei sich die Straßen hier schon ab 18:00 Uhr aussterben. Naja, gestern, sehr müde und erschlagen von der Arbeitswoche, habe ich wieder meinem neuen Hobby gefröhnt; Wäsche waschen bzw. bügeln. Eine sehr stupide und anspruchslose Arbeit, vorallem wenn die selben Wäschestücke in spätestens 14 Tagen wieder im Wäschekorb liegen - Ein Teufelskreis!

Wie dem auch sei, gestern hatte ich mich mit dem Wäsche, Bügeleisen und Korb und was man sonst noch so braucht im Wohnzimmer vor der Fensterfront aufgebaut. Und anscheinend war ich sehr langsam mit dem verhackstücken der Wäschestücke, denn bei den letzten T-Shirts war es schon dunkel draußen. Da ist es mir auf gefallen, der große Unterschied zwischen Hannover und Lohr, also der neben dem Geographischen. Wenn man sich in Hannover gegen 19:00 in einem Wohngebiet die Häuser anguckt, dann flimmert es zumindest aus jedem zweiten Fenster, die Fernseher laufen. Egal ob nun Vorabendserie, DVD oder einfach nur Nachrichten.

Aber wie ich gestern nach dem letzten T-Shirt so "meine" Straße rauf und runter gucke, sehe ich nichts! nirgends ein flimmern, ein flackern oder ein anderes leuchten aus den dunklen Fenstern. Gar nichts, nur die Straßenlampen stehen still in der Gegend rum. Was geht denn hier? Saßen die Leute alle im Keller zusammen und haben sich die ganze Woche von der Seele gelacht? Also ich, wenn ich meinen TV hier hätte, würde schon gerne abends die Nachrichten oder irgendetwas anderes sehen.

~ Sunbeam - Outside World ~

Gähnende Langeweile und Fasching

Getippert am 16.02.2007

Ersteres beschleicht mich gerade. Es ist Wochenende. Das erste Wochenende seit ein paar Wochen an dem mal nicht auf Tour bin. Ich genieße es mehr oder weniger auf meiner faulen Haut zu liegen. Wobei sich das genießen auf die Tatsache begrenzt, dass ich nicht zur Arbeit muss und mir meine Zeit so einteilen kann wie ich es möchte; ausgedehntes ausschlafen, spätes Frühstück, spazierengehen im strahlenden Sonnenschein. Naja, man kennt das ja.

Auf der anderen Seite ist es schon sehr langweilig. Meine (Hotel-) Mitbewohner haben mich alle im Stich gelassen und sind über das Wochenende nach Hause gefahren. Was ich natürlich auch hätte machen können, nur wohnen die anderen mit Frankfurt und Mannheim ja noch fast in Rufweite, da ist Hannover schon fast unerreichbar weit weg. Also wenn man nur ein normal langes Wochenende zur Verfügung hat.

Die Einheimischen ereifern sich unterdessen sich meines Wohlwollens zu entziehen. Die Leute hier in Unterfranken sind tatsächlich und ungelogen Karnevalisten! Eine Unart die ich den Mainzern und vorallem den Kölner und Düsseldörfern zugeschrieben hätte, aber wie ich mit Entsetzen feststellen musste wird auch hier dieser ... Massenunterhaltung gefröhnt. Und ich dachte echt, hier in Bayern - dem Land des Biers, Stoibers, Blau- & Sauerkrauts und der Knödel - gibt es so einen Schmarn nicht.

Wenigstens sieht die tatsächliche Umsetzung der Faschingsfolklore etwas humaner aus, als man es aus dem TV her kennt. Zwar hat hier jedes Dorf/jeder Ortsteil seinen eigenen Umzug und Sitzungen, doch verlaufen diese etwas dezenter, ja fast schon im Hintergrund, wenn man nicht rein zufällig in einem Hotel wohnen würde, welches sich die Narrigkeit auf die Fahnen geschrieben hätte. Wie ihr euch denken könnt ist meine Nachtruhe zur Zeit nur mit Oropax und einigen Gute Nacht-Bieren herzustellen.

Wer jetzt sagt: "Warum sich sträuben, mach' doch einfach mit", dem sei gesagt: Ich habe es versucht. Am Donnerstag war, wie die eingeweihten sicherlich wissen, Weiberfastnacht. Der Tag an dem die Frauensleut austicken und wahllos Krawatten und Schnürsenkel zerschneiden. Ja, ihr habt recht gelesen, Schnürsenkel. Die Emanzen kommen hier tatsächlich an und wollen einem die Senkel zerschneiden, die die Schuhe an den Füssen halten. Eine wahnwitzige Idee von der ich bis dato noch nie etwas gehört hatte. Gut, das die ein oder andere Krawatte auf der Strecke bleibt ist bekannt, aber Schnürsenkel? Hallo? Als ich davon gehört hatte, habe ich mir erstmal die Arbeitsschuhe mit dem Klettverschluss angezogen. Man muss sein Glück ja nicht überstrapazieren und sich unnötig zur Zielscheibe machen.

Abends sollte es dann noch "a moards Gaudi" geben. So sagten es zumindest meine Kollegen. Als Junggeselle, der ich ja nun mal bin, sollte man sich dies nicht entgehen lassen und sich unter die Massen in der Stadt mischen und so richtig auf den Putz hauen. Entgegen meines norddeutsch en Unwillen sich auf diesen karnevalistischen Humbug einzulassen habe ich mir das dann doch aufgemacht und wollte mir das bunte Treiben zumindest einmal angucken. Was soll ich auch im Hotelzimmer? Außerdem, wenn dass so wirklich so toll ist dann sollte man am nächsten Tag auch mit reden können.

Und dann? Nichts! Da standen/saßen ein paar Leute in den Kneipen und tranken ihr Bier - Das war alles. Der einzige Unterschied zu einem normalen Abend war die Verkleidung der Bedienung. Keine Massenaufläufe, keine "Die Karawane zieht weiter..."-Chöre aus überdimensionalen Lautsprecherwänden und keine dicht umlagerten Bierstände. Nichts der Gleichen, eine, bis auf die Verkleidungen, mehr oder weniger normale Nacht. Die Definition von "a moards Gaudi" scheint hier etwas stark von der nördlichen Variante abzuweichen. Immerhin sagte man mir am nächsten Tag, dass ich nicht schon um 23:00 zurück ins Hotel hätte fahren sollen, um kurz vor Mitternacht waren sie dann - angeblich - alle auf den Beinen... Ja nee, ist klar.

~ Rancid - The 11th Hour ~

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